Stadtporträt Monheim am Rhein
Grundfakten
Monheim am Rhein im Bundesland Nordrhein-Westfalen (Regierungsbezirk Düsseldorf, Kreis Mettmann) liegt am rechten Niederrhein (Stromkilometer 707 bis 717). Die mittlere kreisangehörige Stadt grenzt im Osten an Langenfeld, im Süden an Leverkusen, im Westen – getrennt durch den Rhein – an Köln und Dormagen sowie im Norden an Düsseldorf.
Das Stadtgebiet umfasst 2313 Hektar, seine Höhenlage bewegt sich zwischen 35 und 45 Meter über NN. Die größte Ausdehnung von Nord nach Süd beträgt rund 7,5 Kilometer, von West nach Ost rund sechs Kilometer.
Die Niederrheinterrasse, deren Untergrund aus reinen Sand- und Kiesböden besteht, überlagert von fruchtbarem Auenlehm, geht östlich in das Bergische Land über. Seine Höhen erreichen mehr als 350 Meter über NN. Das Stadtgebiet gehört zur Klimazone „Kölner Bucht“ mit mäßig warmen Sommern und milden Wintern.
Die Stadt hat etwas mehr als 43.000 Einwohner (einschließlich Nebenwohnsitze), die sich zu etwa zwei Dritteln auf den Stadtteil Monheim und zu einem Drittel auf den Stadtteil Baumberg verteilen.
Postleitzahl: 40789
Telefon-Vorwahl: 02173
Kfz-Kennzeichen: ME (Mettmann)
Geschichte
Monheim am Rhein blickt auf eine rund 850-jährige Geschichte seit der ersten urkundlichen Erwähnung zurück. Eine Urkunde aus dem Jahr 1157 nennt einen „willehelm de munheym“ (Wilhelm von Monheim), der mit dem Kölner Gereonsstift einen Grundstückstausch vereinbart habe. Für 1257 wird eine Zoll- und für 1262 eine Braustätte erwähnt. Für das Jahr 1307 ist ein Markt urkundlich belegt.
Das Ortsbild wurde in alter Zeit viel stärker vom Rhein geprägt als heute. Der Stromverlauf war bis zur Eindeichung 1929 immer wieder katastrophalen Veränderungen unterworfen. So liegt seit einem gewaltigen Hochwasser im 14. Jahrhundert das ehemalige Römerkastell Haus Bürgel nicht mehr auf der linken, sondern auf der rechten Rheinseite.
Monheimer Landesherren waren über Jahrhunderte die Grafen (ab 1380: Herzöge) von Berg. Ab etwa 1250 gliederten die Grafen ihr Territorium in acht Ämter; eines davon war das Amt Monheim. Zu seinem Bezirk gehörten 1363 außer Monheim und Baumberg die heutigen Leverkusener Stadtteile Hitdorf und Rheindorf, Reusrath und Richrath (heute zu Langenfeld), Urdenbach, Benrath, Himmelgeist, Itter, Holthausen, Wersten, Bilk und Hamm (Düsseldorf).
Zwischen 1390 und 1408 wurde Monheim zur Freiheit erhoben – daher rührt die heute gebräuchliche Bezeichnung „Alte Freiheit“. Die Erhebung zur Freiheit dürfte wegen der strategischen Lage Monheims erfolgt sein, im Spannungsfeld zwischen den bergischen Grafen und den Kölner Erzbischöfen. 1275 wird Monheim von Graf Adolf VI. befestigt, im Gegenzug zur Befestigung Worringens durch den Erzbischof.
Schon vier Jahre später muss Adolf VI. auf Druck seines Kölner Rivalen die Monheimer Befestigung wieder schleifen. 1415 erhält Monheim durch Adolf VIII. seine zweite Befestigung – sie hat sogar nur zwei Jahre Bestand. Die letzte Befestigung erfolgte 1423. Davon legt der Schelmenturm bis heute Zeugnis ab.
Nach Gründung des Rheinbunds durch Napoleon 1806 wurde das Amt Monheim nach fast 550-jährigem Bestehen aufgelöst. Im neugegründeten Großherzogtum Berg entstand die Munizipalität Monheim mit Baumberg, Hitdorf und Rheindorf. Als Bürgermeisterei blieb dieser Gemeindeverband am Leben, als nach dem Wiener Kongress 1815 die Rheinprovinz zu Preußen geschlagen wurde.
1951 schlossen sich Monheim und Baumberg zu einer Gemeinde zusammen; 1960 trat auch Hitdorf bei, das seit 1857 eigene Stadtrechte hatte. Im selben Jahr erhielt die neue Großgemeinde mit rund 13.000 Einwohnern die Stadtrechte. Das 1939 eingeführte Monheimer Gemeindewappen wurde damit zum Stadtwappen (278 kb). Die Sechzigerjahre waren durch ein rasantes Bevölkerungswachstum gekennzeichnet. In Monheim Süd und Baumberg Ost entstanden neue Siedlungen für viele tausend Familien.
Ende 1974 lebten rund 44.000 Menschen in Monheim. Zu diesem Zeitpunkt schien es so, als sei Monheims Geschichte zu Ende, denn der Landtag hatte beschlossen, die Stadt zu zerschlagen. Im Rahmen der Kommunalen Neugliederung wurden Monheim und Baumberg nach Düsseldorf eingemeindet, Hitdorf nach Leverkusen. Nach erfolgreicher Klage vor dem Landesverfassungsgerichtshof in Münster beschloss der Landtag, Monheim und Baumberg zum 1. Juli 1976 die Selbstständigkeit zurückzugeben.
Die neu formierte Stadt wurde in den Kreis Mettmann integriert. Seither hat sie sich wieder zu einem attraktiven Wohnort und leistungsfähigen Wirtschaftsstandort entwickelt. Seit 1994 lautet der vollständige Stadtname „Monheim am Rhein“.